Vereinschronik
Es war im Jahre 1977 als sich auch in Tuchenbach die Tennisbegeisterung breit machte. Der Tennissport befand sich damals in einer Umbruchphase und bewegte sich mehr in Richtung Breitensport.
Rings um Tuchenbach hatten die bestehenden Tennisvereine Aufnahme-sperre und lange Wartelisten für Neumitglieder. Dies veranlasste die Eheleute Hilde und Siegfried Forschner, in Tuchenbach einen neuen Tennisverein ins Leben zu rufen. Dieses Vorhaben wurde vom ersten Augenblick, insbesondere von Herrn Herbert Bittlinger in Wort und Tat unterstützt.
Es wurde eine Tafel vor das Wohnhaus Weinstraße 28 gestellt mit der Aufschrift: "HIER ENTSTEHT EIN NEUER TENNISCLUB; BITTE INFORMIEREN SIE SICH:"
Nun ging es Schlag auf Schlag.
Die Tuchenbacher, vor allem die Neubürger, zeigten großes Interesse. Nach wenigen Wochen waren die Gründungsmitglieder Herbert Bittlinger, Eberhard Boer, Knut Brückner, Günter Eckersberger, Albert Fischer, Hilde und Siegfried Forschner, Friedrich Fürst, Lothar Meinzer, Karlheinz Nagel, Hans Naumann, Doris und Klaus Röß, Nicolaus Zechmeister - zur Einberufung der Gründungsversammlung am 17. Juni 1977 bereit. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Siegfried Forschner gewählt.
Herr Altbürgermeister, Georg Fleischmann, unterstützte das Vorhaben ganz besonders. Er war bei allen Gängen zu den Ämtern, BLSV, Notar usw. immer dabei und drückte nach gründlicher Überprüfung unbürokratisch das Gemeindesiegel auf unsere Anträge. Dank seiner Kooperation konnte dann auch der Gemeinderat sehr rasch zu einer Beschlussfassung für das Erbpachtgelände kommen. Damit stand der Vereinsgründung am 17. Juni 1977 nichts mehr im Wege.
Die notarielle Eintragung der Vereinssatzung erfolgte nach Abstimmung mit
dem BLSV bereits am 27. Juni 1977, dem TCT 1977 e.V. wurde die Gemeinnützigkeit bewilligt.
Die Resonanz für den Tennissport war riesengroß. Bereits im Oktober 1977 hatte der Verein stolze 101 Mitglieder zu verzeichnen, die sich dann zum ersten kennen lernen zur Weihnachtsfeier im Gasthaus "Weißes Lamm" in Tuchenbach trafen.
Die Planung wurde vom Architektur-Büro G.Wagner, Rosstal, zusammen mit Herrn Alfred Kernstock ausgeführt. Der erste Planentwurf lag bereits zum 21.09.1977 vor. Schließlich wurde im Frühjahr 1978 mit dem Bau der Tennisplätze, Außenanlagen, Brunnenbau und dem provisorischen Clubhaus, einer alten in Eigeninitiative auf Hochglanz gebrachten Baubaracke, begonnen. Die älteren Mitglieder erinnern sich sicher noch an sehr gesellige Stunden in dieser Baubude. Die dabei erbrachten freiwilligen Arbeitsstunden aller Mitglieder war eine Selbstverständlichkeit. Unvergesslich z.B. die große Arbeitstruppe von der Trafostation in der Gartenstraße bis zum Tennisgelände. Alle waren mit Schaufel und Pickel bestückt um die Stromleitung in Eigenregie zu verlegen. Auch für das leibliche Wohl nach der Arbeit war man bemüht und es wurde in geselliger Runde viel gelacht und diskutiert.
Endlich im September 1978 war es soweit, die Anlage war spielbereit und das lang ersehnte Einweihungs- und Eröffnungsturnier konnte bei großer Beteiligung stattfinden. Als erste Trainerin im Verein wurde Frau Gaal gewonnen, die bei allen Mitgliedern rasch beliebt war, und ob Anfängern oder Fortgeschrittenen im weißen Sport die vorhandenen Fähigkeiten trainierte. Mit Begeisterung jagte man der Filzkugel hinterher. Als dann auch noch die nicht ganz einfache Zählweise den Meisten klar war, wurde bereits im September 1980 die erste Vereinsmeisterschaft ausgetragen. Man freute sich richtig darauf, kämpfend und schwitzend über den Platz zu hecheln, um am Ende für Spiel, Satz und Sieg gefeiert zu werden.
Unsere ersten Vereinsmeister waren:
Damen-Einzel: |
1. Uschi Deffner 2. Dorlinde Kettler |
Herren-Einzel: |
1. Erich Schuster 2. Emil Faltin |
Damen-Doppel: |
1. U.Deffner/D.Kettler 2. M.Fischer/R.Kranzfelder |
Herren-Doppel: |
1. E.Faltin/E.Schuster 2. K.Röß/H.Schramm |
Mixed-Doppel: |
1. E. und E. Schuster 2. D. Kettler und K. Röß |
Jugend-Einzel: |
1. Claus Schuster 2. Mathis Hoffmann |
Nicht unerwähnt an dieser Stelle soll unser erster Platzwart, Herr Eckert mit seiner Frau, bleiben, die nicht nur die Platzpflege unserer neuen Tennisanlage ausführten, sondern auch für unser Clubheim eine gemütliche Atmosphäre schufen und um unser leibliches Wohl besorgt waren.
Im Verein wurde fleißig weiter trainiert, ohne dass die Geselligkeit vernachlässigt wurde, so dass bereits im Frühjahr 1981 die erste Meldung für eine Damen- und Herrenmannschaft vorgenommen wurde.
Auch die Spielstärke mit anderen Vereinen wurde getestet und fleißig Einladungen zu Freundschaftsturnieren ausgesprochen.
Auch der Vergnügungsausschuss unseres TCT ließ sich immer wieder neue Ideen einfallen, um alle Mitglieder bezüglich Vergnügen bei guter Laune zu halten. So wurden u.a. Sommerfest, Herbstball, Weinfahrt, Radtour, Grillabende, usw. angeboten, die von allen Mitgliedern mit Begeisterung besucht wurden.
- Man fühlte sich wohl, man machte mit.
Nachdem unsere finanzielle Situation es zuließ, fassten wir alsbald den Entschluss, unser zwar gemütliches, jedoch provisorisches Clubhaus durch ein komfortableres Massivhaus zu ersetzen. Die Plangenehmigung verlief unter der Leitung von Herrn Kernstock wieder reibungslos. Der Grundstein konnte gelegt werden. Wieder war massive Eigenarbeitsleistung der Mitglieder gefordert. Dank sei hier besonders unserem Altbürgermeister, Herrn Eberhard Boer, der seine Handwerkskunst uns voll zur Verfügung stellte. Im Frühjahr 1983 war das Bauwerk fertig gestellt, alle Einladungen waren verschickt. Da erlitten wir 8 Tage vor der offiziellen Einweihungsfeier einen großen Rückschlag. Unser neu erbautes Clubhaus wurde ein Opfer der Brandstiftung, die bis heute nicht aufgeklärt werden konnte. Gott sei Dank war es nur ein Schwelbrand. Jedoch die Innenräume sahen verheerend aus. Es brauchte einige Zeit bis die Sanierung in Angriff genommen und fast ausschließlich wieder in Eigenregie ausgeführt wurde.
Mit dem Bau bzw. der Sanierung des Clubhauses war unsere Anlage damit im Jahr 1984 komplett fertig gestellt. Das gesamte Areal, ca. 10.000 qm, mit seinen vier Tennisplätzen und Beregnungsanlage, Clubhaus, doppelter Trainingswand, Kinderspielplatz, Brunnenbau und Einzäunung war vorzeigefähig im gesamten Landkreis. Inzwischen war der Verein auf 181 Mitglieder angestiegen, zu den Medenspielen insgesamt 5 Mannschaften gemeldet und auch wir mussten nunmehr Interessierte auf eine Warteliste setzen.
Der Tennisboom ging weiter - Boris Becker und Steffi Graf waren für die Jugend das große Vorbild - unser Verein hatte insgesamt eine gesunde Struktur und konnte damit einer guten Zukunft entgegen sehen.